Sie sind hier: Klima & Energie > Netze & Speicher

Netze und Speicher für Erneuerbare Energien

Aus dem Diskussionspapier: "GRÜNE Eckpunkte für die Energiewende in Sachsen"

Ein Netzausbau mit seinen Belastungen ist nur zu begründen, wenn er auf die flexiblen Erfordernisse der Erneuerbaren Energien ausgerichtet ist und Öffentlichkeit und Betroffene einbezieht.

1. Landesplan Stromnetz 2020 für die Verteilnetze
Die Verteilnetze müssen zur Umstellung von zentralen fossilen Großkraftwerken auf dezentrale Anlagen der Erneuerbaren Energien verstärkt und ausgebaut werden. Je mehr erneuerbare Energieerzeuger auftreten, desto mehr müssen die Netze auf wechselnde Abnahme und Einspeisung eingerichtet, also „intelligent“ werden. Dafür müssen Standards auch für den Datenschutz beachtet werden.
Der Freistaat erarbeitet nach Offenlegung der Netzdaten und Lastflüsse unter Beteiligung der Öffentlichkeit und unter Einbeziehung des Bahnstromnetzes als Teil des Landesentwicklungsplans einen Landesplan „Stromnetz Sachsen 2020“. Auf der Ebene des 110-KV-Netzes sollen im Regelfall Erdkabel als Alternative zu Freileitungen eingesetzt werden. Das kann zu geringen oder sogar ohne Mehrkosten realisiert werden. Neue Trassen sollen möglichst mit anderen linienhaften Infrastruktureinrichtungen gebündelt werden.


2. Die deutsche Teilung bei den Übertragungsnetzen beenden
Die Übertragungsnetze zwischen Sachsen und Bayern müssen durch neue Leitungen und Koppelstellen verstärkt werden. Damit können die bisher weitgehend getrennten Regelzonen zwischen dem ehemaligen DDR-Gebiet (50 Herz Transmission) und Bayern (Tennet-Netz) besser verbunden und die in den Übertragungsnetzen fortbestehende deutsche Teilung beendet werden. Um die Eingriffe und Belastungen für die Bevölkerung gering zu halten, sind vorrangig Gleichstromtechnik (HGÜ), Freileitungsmonitoring und Hochtemperaturseile einzusetzen. Die Streckenführung erfolgt, wenn möglich, entlang bestehender Infrastruktur.


3. Naturschutz beim Netzausbau beachten

Der Netzausbau erfolgt im Einklang mit europäischem und deutschem Naturschutzrecht. Erdkabel oder Freileitungen sollten in Natura 2000 und Naturschutzgebieten sowie im Nationalpark nur nach einer Alternativen- und Verträglichkeitsprüfung mit Ausgleich gebaut werden. Bei Freileitungen müssen Vögel gegen Stromschlag geschützt sein.


4. Kosten für den Netzausbau fair verteilen
Für den innerdeutschen Netzausbau zum Umbau der Energieversorgung ist eine faire Kostenverteilung anzustreben. Deshalb sollten die Ausbaukosten für Übertragungsnetze und Verteilnetze über einen Ausgleichmechanismus der Netzentgelte bundesweit verteilt werden. Sachsen setzt sich mit einer Bundesratsinitiative dafür ein.


5. Pumpspeicherkraftwerke und kommunale Speicher für Erneuerbare Energien nutzen

Die in Sachsen vorhandenen Pumpspeicher-Kraftwerke Markersbach (1050 MW) und Niederwartha (120 MW) sollten eingesetzt werden, um die Energie aus zeitweise überschüssigem Strom aus Erneuerbaren Energien zu speichern und so die Integration der Erneuerbaren Energien zu verbessern. Die Bereitstellung von Speichern für Strom und Wärme wird im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge zur Pflichtaufgabe. Der Zugang ist für jeden Erzeuger und jeden Verbraucher zu ermöglichen. Die Kommunen können dafür Konzessionen vergeben.