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Dienstag, 15. Mai 2012

PM 2012-156: Skandal um gefährliche Abfälle der S.D.R. Biotec weitet sich aus: Verdacht der Umweltvergiftung durch kontaminiertes Sickerwasser aus Altdeponie Spröda

Lichdi

Zu den neuen Erkenntnissen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zur Deponie Spröda, dass aufgrund einer fehlenden Barriereschicht durch giftige Abfälle kontaminierte Sickerwässer in den Naulandgraben und den Lober-Leine-Kanal gelangen, erklärt Johannes Lichdi, Obmann der GRÜNEN-Fraktion im Abfall-Untersuchungsausschuss des 5. Sächsischen Landtags:

"Die Untersuchungen und Erkenntnisse der DUH begründen den dringenden Verdacht, dass die seit 2005 in Spröda abgelagerten und angeblich unschädlich gemachten 37.500 Tonnen Abfälle der S.D.R. Biotec in Pohritzsch zur Vergiftung von Wasserläufen und Grundwasser führen. Umweltminister Frank Kupfer spielt mit der Gesundheit von Menschen, wenn er weiterhin die Augen vor den Umweltgefahren verschließt."

In den vergangenen zehn Jahren sind mindestens 68.000 Tonnen, wahrscheinlich sogar rd. eine Million Tonnen, angeblich unschädlich gemachter (immobilisierter) Schadstoffe von der S.D.R. Biotec auf die Deponien Cröbern bei Leipzig, Gröbern bei Meißen, Grumbach bei Dresden und Chemnitz, Weißer Weg, sowie nach Sachsen-Anhalt und Thüringen verbracht worden. Umweltminister Kupfer weigert sich bis heute, Maßnahmen zur Untersuchung und Sicherung der eingebauten Schadstoffe anzuordnen. 

"Der in Sachsen offenbar übliche lasche Umgang mit Umweltnormen und die mangelnde Überwachung von Abfallanlagen zeigt sich auch an dem Umstand, dass die für die Deponie Spröda verantwortlichen Kreiswerke Delitzsch zwar schon 2004 Fördermittel zur Deponiesanierung erhalten haben, bis heute aber nichts geschehen ist und der Freistaat die Sanierungsfrist bis 2013 verlängert hat", so Lichdi.

"Ich fordere Herrn Kupfer auf, endlich dafür zu sorgen, dass erstens die unter falschen Voraussetzungen angenommenen und abgelagerten gefährlichen Abfälle der S.D.R Biotec untersucht und unschädlich gemacht werden und zweitens die Deponie Spröda mit einer Barriereschicht und Unterbindung der Einsickerung kontaminierter Deponiewässer durch eine Sickerwasseranlage sofort saniert wird. Drittens erwarte ich von Herrn Kupfer Auskunft über den Verbleib der Fördermittel."

Der auf Antrag der Opposition vor den Untersuchungsausschuss geladene ehemalige Geschäftsführer der SDR Biotec, Dr. Sch, hatte am 7. Mai 2012 die Aussage unter Berufung auf sein Auskunftsverweigerungsrecht aufgrund der gegen ihn laufenden Ermittlungen umfassend verweigert.

Hintergrundinfos, auch zur Untätigkeit von Minister Kupfer die Kleinen Anfragen 5/6810 bis 5/6813, auf der Themenseite Müll-Untersuchungsausschuss