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Freitag, 11. November 2011

PM 2011-369: GRÜNE fordern Einsatz von Spezialmesstechnik bei Bränden in Abfallbehandlungsanlagen

Lichdi

"Der Großbrand von Plastikabfällen in Lobstädt bei Borna belegt erneut, dass die Kontrolle der Staatsregierung weder effizient noch ausreichend ist, um Brände in Abfallbehandlungsanlagen zu verhindern ", so Johannes Lichdi, grüner Obmann im Untersuchungsausschuss 'Abfall' des Sächsischen Landtages. "Direkt vor den Augen des Landratsamtes wurde die Anlage in Lobstädt unsachgemäß betrieben - bis sie brannte. Das ist skandalös - ich fordere Konsequenzen in der Kontrollbehörde", ergänzt Lichdi.


"Zahlreiche kleine Anfragen und bisherige Erkenntnisse aus dem Untersuchungsausschuss zeigen, dass es im Schnitt pro Monat einmal in einer Abfallbehandlungsanlage in Sachsen brennt, ohne dass es der Staatsregierung gelungen wäre, dies zu unterbinden", so Lichdi.

Der Landtagsabgeordnete bezweifelt, dass die Konzentration kritischer Luftschadstoffe bei Großbränden hinreichend gemessen wird. Beim Brand von Plastikmischabfällen entstehen viele gefährliche Luftschadstoffe, wie Dioxine, Furane, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Blausäure. Zeugen im Untersuchungsausschuss haben bestätigt, dass den lokalen Feuerwehren in Sachsen in der Regel diese Messtechnik nicht zur Verfügung steht. Dies bedeutet eine Gefährdung der Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Bevölkerung. "Es ist unbedingt notwendig, dass bei Bränden in Abfallbehandlungsanlagen  Spezialmesstechnik zum Einsatz  kommt. Diese muss gesondert angefordert werden  und kann auch besonders gefährliche Luftschadstoffe messen", betont Johannes Lichdi.